Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab

Leck an Ölpipeline bei Eslarn – Feuerwehren und Katastrophenschutz üben Ernstfall

Meldung vom 31.03.2025 Am Samstag, den 29. März 2025 fand an der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO) bei Eslarn eine Ölwehr-Vollübung statt. Beteiligt waren die betroffenen Feuerwehren, der Katastrophenschutz des Landkreises und Beschäftigte der MERO Germany GmbH. Das Szenario: Ein Leck an der Ölpipeline bei Pfrentsch.

Am 29.03.2025 übten die Einsatzkräfte den Ernstfall bei einem Leck an der Ölpipeline

Wie lief die Übung ab?

Kurz nach 09:00 Uhr signalisierten die Leckerkennungssysteme in der Leitzentrale der MERO in Vohburg ein Leck im Abschnitt B24 zwischen den Schieberstationen LV 24 und LV 25 bei Pfrentsch. Die Leitzentrale ging unverzüglich gemäß Ölalarm- und Einsatzplan vor. Sie alarmierte die zuständige Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz in Weiden. Diese löste Ölalarm gemäß Katastrophenschutz-Sonderplan MERO für die Strecke B24 aus.

Im Feuerwehrgerätehaus Eslarn wurde eine Befehls- und Sammelstelle unter Leitung von Kreisbrandinspektor Martin List als Örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) eingerichtet. Die Ölsperren (Nrn. 94, 95 und 96) wurden von den eingeteilten Feuerwehren in die Gewässer eingebracht, Ölabsaug- und -entsorgungsgerät bereitgehalten. Weitere Feuerwehren begingen zur Lecksuche die Leitung oder hielten sich für die Ex-Gefahrenabschätzung und den Brandschutz bereit.

Nach und nach meldeten die Einsatzkräfte an den Ölsperren ihren Vollzug, also die erfolgreiche Errichtung der Ölsperren am jeweiligen Standort. Auch die Feuerwehrkräfte, die mit der Lecksuche beauftragt waren, konnten ihren Auftrag abschließen und das Leck lokalisieren. Die Ölsperren wurden durch die Feuerwehrführung und Mitarbeiter der MERO besichtigt, danach konnte die Übung beendet werden.

Fazit der Übung

Fazit aller Beteiligten: Die Sperren wurden erfolgreich errichtet – die (internen) Kommunikationswege und die Zusammenarbeit funktionierten tadellos. Kleinere Abweichungen beim Aufbau der Ölsperren wurden in einer Nachbesprechung erörtert. Parallel zur Feuerwehrführung begleiteten auch die Verantwortlichen des Katastrophenschutzes des Landratsamtes die Ölwehr-Übung.

Dank der regelmäßigen Übungen gelang es den Feuerwehrkräften der beteiligten Feuerwehren auch in dieser Übung die Ölsperren routiniert und zügig zu errichten. Im Ernstfall ist die schnelle und zuverlässige Errichtung der Ölsperren essenziell, um eine Ausbreitung des Rohöls in die Gewässer zu verhindern bzw. so gering wie möglich zu halten.

Impressionen von der Übung am 29.03.2025

Zum Hintergrund

MERO – die Mitteleuropäische Rohölleitung

Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt über Waidhaus nach Nelahozeves bei Prag dient der Versorgung der Tschechischen Republik mit Rohöl. Sie hat eine Gesamtlänge von 344km, davon 179km im Freistaat Bayern. Der Durchmesser der Pipeline beträgt 70cm.

Die MERO hat eine Pumpstation in Vohburg bei Ingolstadt. Sie ist durch 54 Schieberstationen (davon 28 in Bayern) in verschließbare Abschnitte eingeteilt.

Die Leitungslänge im Landkreis NEW beträgt etwa 18km, teilbar in 5 Abschnitte. Die Leitung tritt bei Putzhof (Eslarn) in den Landkreis ein. Sie verläuft an Eslarn und Pfrentsch vorbei und verlässt den Landkreis bei Waidhaus in die Tschechische Republik.

Die Pipeline hat eine Erdüberdeckung von mindestens einen Meter. Ein Steuerkabel ist längs der Leitung mitverlegt. Die Leitung liegt in einem Schutzstreifen von 5m beidseits der Rohrachse. Im Schutzstreifen sind grundsätzlich alle Bauarbeiten verboten.

Weitere Infos zur MERO unter www.mero-germany.de 

    

Katastrophenschutzplan „Ölwehr der MERO“

Beim Betrieb der MERO sind im rechnergestützten Leitsystem mehrere Verfahren zur Leckerkennung und -ortung gleichzeitig aktiv. Dazu werden zwischen den Pump- und Empfangsstationen ständig die Tankstände und die Durchflüsse gemessen und verglichen. Außerdem werden Messwerte der Drücke und Temperaturen in der Pipeline, die in den Schieberstationen entlang der Trasse ermittelt werden, in Echtzeit ausgewertet.

Die Leitzentrale ist rund um die Uhr besetzt. Bei Schäden an der Leitung, die das Leitsystem anzeigt oder die von außen gemeldet werden, können jederzeit sofort alle notwendigen Aktionen eingeleitet werden.

Die weitere Notfallvorsorge ist im sogenannten Ölalarm- und Einsatzplan geregelt, nämlich die

  • Notabschaltung der Fernleitung
  • Alarmierung bei der zuständigen Integrierten Leitstelle (ILS) durch den Betreiber
  • Alarmierung festgelegter Katastrophenschutzkräfte und der Einsatzleitung durch die ILS
  • Aufgaben der Katastrophenschutzkräfte im Soforteinsatz
  • Alarmierung und Einsatz von betreibereigenem Bereitschaftspersonal und Fremdfirmen

Damit die Katastrophenschutzkräfte ihre Aufgaben wahrnehmen können, hat MERO entlang der Leitungstrasse insgesamt 100 Ölsperren, davon 12 im Landkreis Neustadt/WN in allen Fließgewässern, die von der Fernleitung gequert werden, eingerichtet und mit dem notwendigen Material versehen. Weiteres MERO-eigenes Ölwehr-Material lagert bei verschiedenen Feuerwehren.

Nach Maßgabe des Bayerischen Ministeriums des Innern, der Bezirksregierungen oder der Landratsämter finden regelmäßig Vollübungen statt, bei denen unter Bedingungen des Ernstfalls jeweils ein gesamter Schieberabschnitt der MERO beübt wird.

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